Rente berechnen 2026: Rentenformel, Abschläge und Rentenlücke

Aktualisiert am 24. Oktober 2026

Die gesetzliche Rente folgt einer einfachen Formel. Wir zeigen, wie Sie Ihre Rente selbst schätzen, was ein früherer Rentenbeginn kostet, was netto bleibt und wie groß die Lücke zum heutigen Einkommen ist.

Die Rentenformel

Monatsrente = Entgeltpunkte × Zugangsfaktor × aktueller Rentenwert (bei der Altersrente ist der Rentenartfaktor 1).

  • Für jedes Jahr erhalten Sie Entgeltpunkte im Verhältnis Ihres Bruttos zum Durchschnittsentgelt (vorläufig 51.944 € im Jahr 2026). Wer 40.000 € verdient, bekommt 0,77 Punkte, wer an der Beitragsbemessungsgrenze von 101.400 € liegt, höchstens 1,95 Punkte.
  • Zusätzliche Punkte gibt es ohne eigene Beiträge, etwa für Kindererziehung (bis zu drei Jahre je Kind), Pflege von Angehörigen oder Zeiten der Arbeitslosigkeit.
  • Der aktuelle Rentenwert beträgt seit dem 1. Juli 2026 42,52 €. Er steigt jedes Jahr mit den Löhnen; die Haltelinie sichert bis 2031 ein Rentenniveau von 48 %.

Was ein früherer Rentenbeginn kostet

Die Regelaltersgrenze liegt für alle ab 1964 Geborenen bei 67 Jahren. Für jeden Monat früher sinkt die Rente lebenslang um 0,3 %, für jeden Monat später steigt sie um 0,5 %. Beispiel: 40 Jahre alt, 50.000 € brutto, 18 Beitragsjahre bisher:

Rentenbeginn mitAbschlag / ZuschlagBruttorente
63−14,4 %1.436 €
65−7,2 %1.633 €
670 %1.842 €
70+18 %2.318 €

Der Unterschied zwischen 63 und 67 liegt hier bei rund 400 € im Monat: zum einen durch den Abschlag, zum anderen durch die vier fehlenden Beitragsjahre. Die Rente mit 63 setzt 35 Versicherungsjahre voraus. Wer 45 Beitragsjahre erreicht, kann ab 65 ohne Abschlag gehen.

Von brutto zu netto

  • Krankenversicherung: Rentner zahlen 7,3 % plus den halben Zusatzbeitrag; die andere Hälfte trägt die Rentenversicherung.
  • Pflegeversicherung: der volle Beitrag von 3,6 %, für Kinderlose 4,2 %.
  • Einkommensteuer: Steuerpflichtig ist ein Anteil, der vom Jahr des Rentenbeginns abhängt, 84 % bei Rentenbeginn 2026 und jedes Jahr 0,5 Punkte mehr. Der steuerfreie Teil wird im ersten vollen Rentenjahr als fester Eurobetrag festgeschrieben; Rentenerhöhungen sind danach voll steuerpflichtig.

Wer nur die gesetzliche Rente bezieht, zahlt bei einer Durchschnittsrente wenig Einkommensteuer. Mit Betriebsrente, Mieteinnahmen oder der Rente des Partners kann es deutlich mehr werden.

Die Rentenlücke

Als Faustregel braucht man im Alter rund 80 % des letzten Nettoeinkommens. Bei einem Durchschnittsverdiener mit 45 Beitragsjahren beträgt die Rente 1.913,40 € brutto, netto rund 1.620 €; das heutige Netto liegt bei etwa 2.770 €. Die Lücke von rund 600 € im Monat muss aus anderen Quellen kommen. Bei Lücken im Lebenslauf ist sie größer.

Um 600 € im Monat für 20 Jahre zu finanzieren, braucht man zu Rentenbeginn ein Kapital von rund 100.000 € bis 145.000 €, je nach Verzinsung. Mit einem ETF-Sparplan über 25 Jahre sind dafür bei 6 % Rendite etwa 150 bis 220 € im Monat nötig. Je früher man beginnt, desto mehr erledigt der Zinseszins.

Die Renteninformation lesen

Ab 27 Jahren und fünf Beitragsjahren verschickt die Deutsche Rentenversicherung jedes Jahr eine Renteninformation. Sie enthält die bisher erreichten Entgeltpunkte und eine Hochrechnung, die die Beiträge der letzten fünf Jahre fortschreibt. Diese Hochrechnung ist brutto und in heutigen Werten. Mit den Entgeltpunkten aus der Renteninformation wird der Rentenrechner genauer.

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