Warum von der Erhöhung weniger bleibt als vom Gehalt
Ihr Gehalt wird im Durchschnitt mit vielleicht 35 % belastet. Auf jeden zusätzlichen Euro fällt aber der Grenzsteuersatz an, der wegen der Progression höher ist als der Durchschnitt, dazu rund 21 % Sozialabgaben. Deshalb bleibt von einer Erhöhung meist nur etwa die Hälfte.
Beispiel
Bei 4.000 € brutto im Monat, Steuerklasse I, ohne Kinder in Nordrhein-Westfalen bringt eine Erhöhung um 5 % (200 € brutto) rund 107 € netto mehr im Monat. Es bleiben also 53 % der Erhöhung; 47 % gehen an Lohnsteuer und Sozialversicherung.
Wovon das Netto-Plus abhängt
- Steuerklasse: In Klasse V ist der Abzug auf jeden zusätzlichen Euro am höchsten, in Klasse III am niedrigsten.
- Beitragsbemessungsgrenzen: Oberhalb von 69.750 € (Kranken- und Pflegeversicherung) und 101.400 € im Jahr (Renten- und Arbeitslosenversicherung) fallen auf die Erhöhung keine Beiträge mehr an. Dort bleibt mehr von einer Erhöhung übrig, auch wenn der Steuersatz höher ist.
- Kirchensteuer: Sie kostet zusätzlich 8 oder 9 % der Lohnsteuer.
Kann man durch eine Erhöhung weniger Netto haben?
Nein. Der Einkommensteuertarif steigt stetig an: Ein höherer Grenzsteuersatz gilt nur für die zusätzlichen Euro, nicht für das ganze Einkommen. Eine Erhöhung bringt also immer mehr Netto, auch wenn der Anteil sinkt. Ausnahmen sind einkommensabhängige Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag, die wegfallen können.
Alternativen zur Gehaltserhöhung
Statt mehr Gehalt kann der Arbeitgeber steuer- und abgabenfreie Extras gewähren: Sachbezüge bis 50 € im Monat (Gutscheine, Tankkarte), ein Jobticket, Zuschüsse zur Kinderbetreuung im Kindergarten oder ein Dienstrad. Davon kommt jeder Euro vollständig an.